32. Springe-Deister- Marathon am 05.April 2008

Die Lang Lauf Gemeinschaft Springe e.V. hatte gerufen und etliche Läufer und Läuferinnen sind nun bereits schon zum 32. Mal dem Ruf gefolgt. Gemeldet waren 847 Teilnehmer, 694 davon kamen ins Ziel. Es wurde eine breite Palette an Läufen angeboten, angefangen vom 2 km Schnupperlauf, übers Walking, einen 10 km Lauf, dem Halbmarathon bis zum Marathon, mit unterschiedlichen Startzeiten.

In drei Wochen (27.April 2008) möchte ich in Hamburg meinen fünften Marathon laufen und da passte diese Veranstaltung prima in meine Vorbereitung. Ich hatte mich im Internet für den Halbmarathon angemeldet als letzten Testlauf vor dem Marathon.

In Altwarmbüchen meinte es der Wettergott schon nicht wirklich gut, aber nachdem wir dort nur mit einem kleinen Fußbad zu tun hatten, waren es hier im Deister nicht nur die Höhenunterschiede, sondern auch die unglaubliche Nässe. Es regnete den gesamten Lauf und da muss man schon mit Leib und Seele Läufer bzw. Läuferin sein, um zu starten. Ich gehöre zu letzteren. Denn bei schönem Wetter kann ja jeder laufen, aber so eine Herausforderung im Regen, war für mich auch eine neue Erfahrung.

Auf der Internetseite war die Anfahrt ausgeschildert, um auf der sicheren Seite zu sein, fuhren wir nach einem kleinen Frühstück gegen 11:00 Richtung Hannover und von dort direkt nach Springe. Am Stadtanfang leuchtete bereits ein Schild mit der Kennzeichnung " Marathon" und so fanden wir den Weg mühelos. Die Parkplatzsuche gestaltete sich etwas schwieriger, am Schwimmbad waren dann doch noch einige freie Plätze und wir waren nach insgesamt einer Stunde bereits an der Sporthalle des Schulzentrums Süd zur Anmeldung.

Es herrschte hektisches Treiben, da viele ins Trockene wollten. Die Halle war trotzdem groß genug und die Veranstalter konnten ihre Routine ausspielen. Diese war ausgelegt mit Folie und die Ausschilderung für die Abholung der Startunterlagen zeigte mir gleich den Weg. Mit der Startnummer in der Hand konnte ich mich erst mal in Ruhe setzen, da ich noch über 30 Minuten Zeit hatte. Es gab Gelegenheit Ausschau zu halten nach bekannten Gesichtern. Von den Spargelsprintern war ich leider die einzige, aber dafür sah ich viele Bekannte von anderen Veranstaltungen. Einige von ihnen starteten über die 10 km und in dem Moment beneidete ich sie schon ein wenig, um die kurze Strecke, denn es sah nicht danach aus, als wenn der Regen sich verziehen würde.

Aber da ich mir in Hamburg auch nicht das Wetter aussuchen kann, half kein Jammern. Ich dachte mir, Pfeif drauf, die anderen müssen auch unter diesen Bedingungen laufen. Ich aß noch gemütlich eine Banane, da das Honigbrötchen vom Frühstück doch schon etwas länger her war und gab mir noch Basica.

10 Minuten vorm Start schaute ich noch mal nach dem Wetter, es regnete und regnete…. So entschied ich mich mit einer leichten Regenjacke zu laufen und auf mein Spargelsprinter Shirt zu verzichten. Leichte Handschuhe und Cap zum Schutz kamen zum Einsatz.

Um nicht vor dem Start schon durchzuweichen, verzichtete ich auf ein ausgiebiges Einlaufen und bin nur die 300 Meter zum Start an der Schwimmhalle in leichtem Laufschritt mit einer Regenjacke getrabt, die ich kurz vor Startschuss Reinhard (meine bessere Hälfte) in die Hand drückte. Er stand wie viele andere Angehörige am Rand und wartete darauf, dass wir starten, damit sie sich ins trockene zurückziehen können.

Pünktlich 13:00 war es soweit, Start über die Halbmarathonstrecke von 21,1 km, allerdings gab es einen mündlichen Start mit 3, 2, 1-Feuer, da vergessen wurde die Startpistole vorzuspannen . Aber dies störte keinen von uns, wir wollten einfach laufen. Ich stellte meine Pulsuhr und ab ging es, ich hatte mich im vorderen Drittel eingeordnet. Trotz des Wetters waren zu meiner Überraschung doch recht viele Läufer am Start. Der Halbmarathon war der laufstärkste Lauf mit knapp 300 StarterInnen, 291 erreichten das Ziel.

Ich hatte die Vorgabe von meinem Coach zwischen 1:45-1:50 zu laufen, sprich mit einem Puls um die 150. Aber bei dem Regen wollte ich schnell ins Ziel und so lief ich relativ konstant um die 155 Puls.

Alle Läufer hatten einen Rundkurs am Fuße des kleinen Deisters zu durchlaufen, für uns Halbmarathonis 2 Mal. Die Kilometrierung war für die einzelnen Läufe farblich unterschiedlich, sehr praktisch auch bei Regen. Für uns war es die Farbe Gelb und jeder Kilometer ist ausgeschildert. Im Internet ist nachzulesen, dass das Streckenprofil zwischen dem niedrigsten und dem höchsten Punkt eine Differenz von ca. 35 m aufweist, klingt unspektakulär.

Etwas Respekt hatte ich trotzdem vor der Strecke, da ich hauptsächlich im "Flachland" trainiere, wenn ich von meinen Einheiten auf dem Laufband mal absehe, wo ich mein Intervalltraining mit Höheneinstellung laufe.

Somit ist vielleicht auch zu erklären, dass ich gut über den Rundkurs gekommen bin. Das Feld zog sich schnell auseinander. Ich versuchte mit dem Strom gleich mitzulaufen, was auch recht gut klappte. Ein paar Männer liefen flott los und so konnte ich mich die ersten Kilometer an ihre Fersen heften. Frauen sah ich irgendwie nicht so viele, sicher am Start sah ich einige, aber die Anzahl war doch recht dünn.

Wir liefen zuerst über Asphalt, ehe es bereits bei km 2 einen leichten Anstieg hoch ging. Es ging über Alvesrode vorbei am Wisentgehege und zurück zum Schulzentrum Süd. Die Waldwege machten zwar nur 20% des Rundkurses aus, aber dies reichte auch, da durch den Regen (auch an den vergangenen Tagen), der Boden doch sehr matschig war und teilweise die Wege zum laufen recht eng.

Da alle Läufer bzw. die Walker die gleiche Strecke absolvierten, begegnete man diesen auf den ersten Kilometern.

Auf der ersten Runde schaute ich bei jedem Kilometer auf die Uhr und da ich die Strecke nicht kannte, wusste ich nicht was noch kommt und war am Ende doch überrascht wie gut ich über die Strecke kam. Ich fand zwei Läufer mit denen ich ein paar Kilometer lief, so allein machte es nicht wirklich Spaß noch dazu bei dem Wetter und so wurde ein bisschen gequatscht und dann ging es weiter.

Nach der ersten Runde lag ich super in der Zeit bei knapp über 48:00, was mich verwunderte, dort sah ich auch Günther Gisbert der mir zujubelte und meinte er würde im Ziel auf mich warten, welch eine Motivation. Die letzte Runde wollte ich locker laufen und mich auch vom Wetter nicht ärgern lassen. Das Feld hatte sich weit auseinander gezogen und die nächsten Läufer die ich sah, wollte ich unbedingt einholen. An der kleinen Anhöhe bei km 12 erreichte ich sie und vorbei ging es mit frischem Antrieb. Dort war es auch langsam Zeit ein paar Kohlenhydrate zu mir zu nehmen. In meiner Regenjacke hatte ich ein squeezy Gel und natürlich eine kleine Trinkflasche. So konnte ich es mir sparen an den Verpflegungsständen Halt zu machen. Beim km 5 und im Zielbereich gab es die Möglichkeit Getränke aufzunehmen.

Frisch gestärkt ging es an die nächsten Kilometer, da ich nun wusste was mich erwartete konnte ich es locker angehen lassen. Bei einigen Läufern ließ wohl doch die Kraft schon nach und so konnte ich einige überholen was mich zusätzlich beflügelte.

Auf den letzten Kilometern bin ich zu einem Mitläufer aufgelaufen und da ich nicht Lust hatte allein zu laufen, unterhielten wir uns und Thema Nr.1 war natürlich das Wetter, aber auch der nächste Wettkampf. Viele nahmen diesen 21er als Vorbereitung auf einen anstehenden Marathon. Ich bekam dann die Empfehlung mal in Köln zu laufen, weil dort die Stimmung wohl sehr gut sein soll. Hier waren die Zuschauer rar gesät, aber die im Regen ausharrten, feuerten uns umso mehr an.

Ich merkte bei km 19, dass ich trotz peitschenden Regens noch fit war und so zog ich mit einem Sprint los, um endlich ins Warme zu kommen. Innerlich freute ich mich auf die heiße Dusche und meinen Kaffee. In der Sporthalle war ein langes Kuchenbüfett aufgebaut. So sieht das Paradies aus!!!

Es ging den letzten km leicht bergab und war nicht sonderlich anstrengend, ich konnte noch einige Läufer überholen.

Die Zeit blieb bei 1:41:00 stehen, welch eine Überraschung, ich war sehr überrascht und natürlich sehr froh, so eine Zeit erreicht zu haben. Im Ziel war Günther Gisbert der erste Gratulant, so wie er es nach der ersten Runde versprochen hatte.
Danke, Günther, hat mich sehr gefreut!!!
Er war über 10 km als schnellster in seiner AK ins Ziel gekommen mit einer Zeit von 46:15.

Die Organisatoren waren sehr rührig und es gab im Ziel u.a. heißen Tee und geschnittene Bananen, woran ich mich gütlich tat.

Dann ab in die trockene Halle, dort wartete Reinhard auf mich. Die angebotene Möglichkeit des Veranstalters im nebenan liegenden Schwimmbad ein paar Bahnen zu schwimmen, nutzt ich nicht, aber dafür die heiße Dusche in der Halle.

Danach gab es noch einen heißen Kaffee sowie leckeren Obstkuchen, der angeboten wurde. Dabei wurde mit anderen Läufern gefachsimpelt.

Die Siegerehrung für den Halbmarathon fand gegen 15:15 statt. Zu meiner Überraschung hörte ich meinen Namen als ich gerade den Kaffeebecher ansetzte. Ich belegte im 43 starken Frauenfeld den dritten Platz und darüber war ich sehr erfreut, da es für mich auch eine Überraschung war. Welch ein Lohn für einen Lauf im Regen. Somit werde ich diesen Halbmarathon in guter Erinnerung behalten.

Den Organisatoren an dieser Stelle ein großes Kompliment. Auch diesen Lauf kann ich nur empfehlen!!

Vielleicht trifft man sich nächstes Jahr im Deister, dann bei strahlendem Sonnenschein. Dann gibt es auch Fotos.

Allen Spargelsprintern die in Hamburg starten einen guten Lauf bei optimalen Bedingungen, ich freue mich aufs Wiedersehen.

Eure Beate Eichenauer

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